Die Barbe – Fisch des Jahres 2003

Eine gefährdete Fischart
In Deutschland zählt die Barbe wegen Veränderung ihres Lebensraumes zu den gefährdeten Fischarten. Diese Veränderung kommt durch Flussverbauung (z.B. durch Wasserkraftanlagen) und damit fehlende Durchgängigkeit des Flusslaufes und Minderung der Wasserqualität zustande. Der Verband Deutscher Sportfischer e.V. hat aus diesen Gründen die Barbe zum Fisch des Jahres 2003 gewählt. Es soll damit ein Zeichen für eine Verbesserung der Gewässerqualität unserer Flüsse und Bäche sowie einen Stopp weiterer Verbauungen durch Wasserkraftanlagen gesetzt werden.

Gesellschaft und scharfe Strömungen – Die Vorlieben der Barben
Die Barbe liebt das Leben in Gesellschaft mit ihren Artgenossen, vorzugsweise in sauerstoffreichen, klaren und größeren Fließgewässern mit Sand- oder Kiesgrund. Tagsüber halten sich die Fischgruppen von bis zu 100 Individuen in Unterschlüpfen auf und beginnen erst mit Einsatz der Dämmerung den Bodengrund nach Nahrung abzuweiden.
 
Der vielfältige Speiseplan
Auf ihrem Speiseplan stehen kleinere Bodentiere (Würmer, Insektenlarven, Schnecken, etc.), Fischlaich und manchmal auch Pflanzenkost. Größere Barben fressen auch schon mal kleinere Fische.

Angler sind von der Ausdauer und Kampfkraft begeistert
Die Barbe findet man häufig an den schnell strömenden Abschnitten des Flusses. Durch ihre stromlinienförmige Körperform kann sie sich mühelos in den schärfsten Strömungen aufhalten. Viele Angler sind fasziniert von der unglaublichen Kampfkraft und Ausdauer der Barben, denn selbst wenn man sie schon an der Angel hat, ist das erst die halbe Miete. Großes Geschick des Anglers wird gefordert, um sie letztendlich an Land zu ziehen.

...und so sieht die Barbe aus
Das Aussehen der Barbe ist gekennzeichnet durch einen langgestreckten, schlanken Körper und einer fast geraden Bauchlinie. Sie besitzt nur eine recht kurze Rücken- und Afterflosse. Die Färbung der Barben ist je nach Aufenthaltsort sehr unterschiedlich. Die Barbe kann bis zu 1 m lang und über 10 kg schwer werden. Aufgrund ihrer verlängerten Schnauze wird sie oft als „Rüsselträgerin“ bezeichnet. Sie besitzt ein unterständiges Maul mit wulstigen Lippen und vier Bartfäden an der Oberlippe.

Die Laichzeit beginnt –Hautausschlag vor Aufregung?
Die Laichzeit beginnt für die Barben im Mai und endet im Juli. In dieser Zeit bekommt das Männchen einen starken „Laichausschlag“ in Form von weißen, perlartigen Hautknötchen auf dem Kopf und dem Rücken. Es wird davon ausgegangen, dass diese Knötchen die Reibung beim Paarungsakt verbessern. Die laichreifen Barben wandern in größeren Gruppen flussaufwärts, um gemeinsam an den flachen kiesigen Stellen im strömenden Wasser abzulaichen. Jedes Barbenweibchen legt ca. 3000-9000 Eier.
Dieser Laich ist giftig und verursacht nach Verzehr Erbrechen und heftigen Durchfall. Auch das Bauchfleisch der Barbe soll während der Laichzeit giftig sein.

Wenn das „Liebesnest“ zerstört ist
Wenn jedoch der Weg flussaufwärts durch Querbauten im Wasser versperrt und die Barben kein Geröll und Kies als Laichunterlage im gestauten Flussabschnitt vorfinden, dann ist ihre Fortpflanzung fast unmöglich. Mitglieder des Verbandes Deutscher Sportfischer e.V. versuchen mit ehrenamtlichen Arbeitseinsatz und hohem finanziellen Engagement eine Verbesserung des Lebensraumes und damit eine Chance für diese und viele andere Fischarten zu erreichen.

Steckbrief: Die Barbe
(wissenschaftliche Bezeichnung: Barbus Barbus)

Familie:          Karpfenfische – Cyprinidae; gehört zu den Weißfischen
Äußeres:         Je nach Aufenthaltsort unterschiedlich. Rücken ist meist braun bis graugrün; die Flanken sind heller und glänzen goldfarben; der Bauch ist weiß und schimmert oft rötlich; Grundfärbung der Flossen grünlich-grau und oft zusätzlich rötlich gefärbt.
Größe:            Durchschnittlich 30-50 cm, kann bis zu 1 m lang werden
Laichzeit:       Mai – Juli
Brutdauer:     10 – 15 Tage
Verbreitung:   Flüsse Mitteleuropas
Typisches:      Fast gerade Bauchlinie; rüsselartige Schnauze mit vier Barteln an der Oberlippe
Gefährdung:    Die Barbe gilt als gefährdete Fischart

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