Die Kornrade – Blume des Jahres 2003
 
Sie lässt sich immer weniger blicken!
Die Kornrade – eine purpurfarbene Ackerblume – ist in den letzten Jahren in der Natur immer seltener anzutreffen. Früher war sie von den Niederungen bis zu den Mittelgebirgslagen in fast allen Getreideanbaugebieten der Welt verbreitet.

Der Mensch ist´s Schuld... jetzt muss er es wieder gut machen!
Der Rückgang ihres Vorkommens ist vor allem auf veränderte Be-wirtschaftungsformen in der Land-wirtschaft und auf den hohen Einsatz von Unkrautvernichtungs-mitteln zurückzuführen.
Um auf die Veränderung von Lebensräumen mit ihren Folgen für einzelne Individuen aufmerksam zu machen, wird daher jährlich von der Stiftung  Naturschutz eine „Blume des Jahres“ bestimmt.

Vom Aussterben bedroht
In der Folge wurde sie in Mitteleuropa fast völlig ausgerottet und gehört aus diesem Grund zu den vom Aussterben bedrohten Pflanzen.

Ist die Kornrade ein Übeltäter...
Ein weiterer Grund für ihren Rückgang liegt an den Methoden der modernen Saatgutreinigung, die zum Ziel hat, ein möglichst sortenreines Saatgut - ohne große Verunreinigungen – zu erzeugen. Dies hat auch seinen Grund, denn es gibt einige Pflanzen, die giftige Inhaltsstoffe besitzen, so auch die Kornrade. Da die Samen früher wegen gleicher Dicke und Schwere nur schlecht vom Korn zu trennen waren, kam es häufig zu Vermischungen mit dem Korn und rief beim Verzehr von dem verunreinigten Mehl gelegentlich Vergiftungserscheinungen hervor, die sogar zum Tod führten – so ist auch die volkstümliche Pflanzenbezeichnung „Höllenkorn“ zu erklären.

... oder doch eher eine Art Arzneimittel?
Im Mittelalter wurde die Kornrade in der Volksheilkunde als Arzneipflanze genutzt, wo sie bei Magenkatarrhen, Husten, Würmern und Hautleiden Linderung verschaffen sollte. Heute findet sie keine medizinische Anwendung mehr.

Woher dieser Name „Kornrade“?
Die Herkunft des Namens Rade ist unsicher; der Gattungsname Agrostemma ist jedoch vom griechischen Wort agros für Acker und stemma für Krone, Kranz abzuleiten – ein Hinweis darauf, dass die Pflanze zum winden von Kränzen benutzt wurde.
Der Artzusatz githago weist auf die Ähnlichkeit der Kornradesamen mit denen des Schwarzkümmels hin, der den griechischen Namen gith trug.

Steckbrief: Kornrade
(wissenschaftliche Bezeichnung: Agrostemma githago)

Familie:                  Nelkengewächse
Standort:               Bevorzugt sandige, lehmige Böden, bis in 1200m Höhe anzutreffen.
Verbreitung:           Früher weit verbreitet als Saatunkraut in Getreidekulturen; heute in Mitteleuropa sehr selten an Schuttplätzen und Wegrändern.
Erscheinungsbild:    Die einjährige Pflanze wird zwischen 30 und 100 cm groß. Sie ist an allen grünen Teilen graufilzig behaart.
Blütezeit:               Die Blütezeit ist von Juni – August.
Beschreibung der Blüte:    Ihre Blüten sind rötlich bis purpurfarben und langgestielt. Sie besitzt 5 Kronblätter, die von langen, schmalen Kelchzipfeln des verwachsenen Kelches überragt werden und haben einen Durchmesser von 3-5 cm. Die Frucht besteht aus einer vielsamigen Kapselfrucht mit schwarzen Samen.
Besonderheiten:     Alle Pflanzenteile, insbesonders die schwarzen Samen der Pflanze, sind giftig.
Gefährdung:          Früher in ganz Europa anzutreffen, heute durch die Kultivierung der Getreideäcker seltener.

Die Kornrade ist geschützt!

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