Der Mauersegler – Vogel des Jahres 2003

Über den Wolken – für den Mauersegler ist dort fast alles möglich...

                        ...jedoch ist seine Freiheit nicht mehr ganz Grenzenlos!
 
...Fressen, Trinken, Schlafen... ja, sogar der Liebesakt kann im Flug stattfinden! Zurück auf dem Boden sehen die Tatsachen für unseren gefiederten Mitbewohner der Städte leider nicht mehr so rosig aus:


Auf der Suche nach einem Zuhause
Der Mauersegler geriet durch sterile Neubauten und renovierte Altbauten, die keine Nischen mehr zulassen, unter Wohnungsnot, denn gerade in solchen Nischen sucht er seinen Nistplatz. Dies ist jedoch nicht der einzige Grund, dass der Mauersegler Vogel des Jahres 2003 geworden ist. Durch seine Anpassung an den Lebensraum Luft hat er unglaubliche Fähigkeiten entwickelt.


...von wegen in Ruhe (fr)essen
Seine Nahrung, am liebsten Insekten und schwebende Spinnentiere, schnappt er während des Fluges auf. Falls er seine Jagd sehr ausdehnt, kann er die Nahrung in Form eines daumennagelgroßen Ballens in seinem Kropf sammeln. Zum Trinken fliegt er im Gleitflug über Gewässer und nimmt dabei das Wasser mit dem Schnabel direkt auf.


Wilde Liebe in den Lüften...
Durch eine wilde Verfolgungsjagd zeichnet sich die Balz des Mauerseglers aus. Dabei signalisiert das Weibchen die Paarungsbereitschaft durch eine V-Stellung der Flügel.
Auch die Begattung wird häufig im Fluge versucht: für Sekunden verschmilzt das Paar zu einem vierflügligen Doppelwesen. Manche Paare bevorzugen es etwas unspektakulärer: Mit schnellem Flügelschlag fliegt das Weibchen in die Nisthöhle, wo sie auf  ihren Gatten wartet


Wenn der Kleine hunger (be)kommt...

Auch das Material für den Nestbau wird in der  Luft aufgeschnappt und dann mit Speichel verklebt. Wenn das Nahrungsangebot durch schlechte Klimaverhältnisse sinkt, ziehen die Mauersegler oftmals in bis zu 500 km entfernte Gebiete, wo günstigern. Bedingungen herrschen. Wenn sich die Verhältnisse wieder verbessern, kehren sie zum Ausgangsort zurück. Die Eltern suchen oft tagelang nach Nahrung, bevor sie wieder zu ihrem Nest zurückkehren. Die Jungen haben für diese Zeit des Hungerns eine raffinierte Strategie entwickelt:  Sie fallen in einen energiesparenden Halbschlaf, so können sie bis zu 10-15 Tage überleben.


Unser Extremsportler: Unglaublich schnell und wahnsinnig ausdauernd!
 Der Mauersegler erreicht eine Fluggeschwindigkeit bis zu 180 km/h. Diese rastlosen Vögel können als Vagabunden bezeichnet werden – fast die Hälfte ihres Lebens verbringen sie zwischen zwei Kontinenten. Dabei legen Sie jedes Jahr rund 190.000 Kilometer zurück
Die Mauersegler sind ausgesprochen ortstreu, sie kehren nach ihrem winterlichen Aufenthalt im Süden immer wieder an ihren Brutort zurück Dadurch wird aus der Saisonehe der Vogelpaare oft eine Lebenslange Gemeinschaft.


Rückgang des Mauerseglerbestandes
Um den Bestand der außergewöhnlichen Mauersegler nicht   zu gefährden, sollte eine frühzeitige Beratung und Planung im Vorfeld der Baumaßnahmen stattfinden, um weitere Nistmöglichkeiten zu gewährleisten.

Steckbrief: Mauersegler
(wissenschaftliche Bezeichnung: Apus apus)
Familie:                   Segler
Alter:                      bis zu 20 Jahre
Gefieder:                 bräunlich bis rußschwarz; Ausnahme: grau-weiße Kehle
Flugsilhouette:         Sichelförmig, kurz gegabelter Schwanz
Flügelspannweite:     40 cm, erheblich größer als heimische Schwalben    
Brutzeit:                 Mitte Mai - Ende Juli; nur eine Jahresbrut; bei Gelegeverlust oft Ersatzbruten
Brutdauer:              18-20 Tage
Verbreitung:           von Nordafrika und Europa bis in den nordöstlichen Teil der Mongolei.
                              Überwintert in Gebieten südlich der Sahara.
Typisches:              kaum erkennbare Stummelfüße; verbringen fast ihr ganzes Leben in der Luft
Gefährdung:            Brutplatzverlust kann zu drastischen Einbrüchen der Mauersegler-Bestände führen

(Bilder: http://www.nabu.de)
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