Die große Zitterspinne – Spinne des Jahres 2003

„Pfui Spinne!“
Ein hysterischer Schrei... Sekunden später ruft sie nach dem Staubsauger. „Du hast doch eben gerade gesaugt“ „Ja, aber da sitzt diese fette Spinne! Ich eckele mich vor diesen Viechern, ich muss sie wegsaugen!“
So oder auf ähnliche Art und Weise reagieren wohl die meisten Menschen, wenn sie mit einem dieser Tiere Bekanntschaft machen.
Spinnen im Haus sind genau genommen kein Ungeziefer, sondern höchst nützliche Lebewesen.

Unsere kostenlose Haushaltshilfe
Sie wohnt ständig mit uns unter einem Dach, und unterstützt die menschlichen Bewohner tatkräftig bei der Schädlingsbekämpfung.
Die Zitterspinne fühlt sich in jedem Haus an nicht zu trockenen, nicht zu hellen Orten wohl, wie zum Beispiel im Keller oder unter Schränken. Dort befreit sie uns dann von den wenig geliebten Schaben, Mücken, oder auch Kellerasseln.

Spinnen sind keine Insekten!
Entgegen der landläufigen Meinung sind Spinnen keine Insekten, so auch die Große Zitterspinne nicht. Sie gehören zur Klasse der Arachnida (Spinnentiere). Insekten bilden eine eigene Klasse. Ein nicht zu übersehender Unterschied sind die Anzahl der Beinpaare. Insekten besitzen drei, Spinnentiere vier Beinpaare. Beide Klassen gehören jedoch dem Stamm der Arthropoda (Gliederfüßer) an.

...und die hat Beine ohne Ende
Die Zitterspinne wird bis zu 10 mm lang und gleicht äußerlich stark dem Weberknecht. Von diesem ist sie aber leicht am deutlich abgeschnürten Hinterleib zu unterscheiden. Die extrem langbeinigen Spinnen hängen mit dem Bauch nach oben in ihren unregelmäßigen, aus ziemlich wenigen Fäden bestehenden Netzen, die gleichmäßig mit Klebeflüssigkeit benetzt sind.

Wie im Horrorfilm: Sie saugt ihrer Beute das Leben aus
Wie schon erwähnt dienen als Nahrung vor allem Mücken und auch kleine Fliegen, die innerhalb eines langandauernden Aussaugprozesses verwertet werden. Meistens wird die Mücke von der Zitterspinne nur an einem Bein angebissen und durch diese enge Röhre vollständig ausgesaugt, wobei das Außenskelett völlig erhalten bleibt.

Damit auch ja kein Ei verloren geht!
Zum Transport der etwa zwanzig hellrosa gefärbten Eier benutzt das Weibchen die sogenannten Cheliceren bis zum Schlupf der Jungen. Damit keine Eier verloren gehen, werden sie zuvor mit einigen Fäden zusammengesponnen.

Ein Griff in die Trickkiste:
Unsichtbar durch raffinierte Tarnmethode
Der Name “Zitterspinne“ bezieht sich auf die besondere Angewohnheit der Spinne, bei Störungen im Netz, wenn also Gefahr droht, in sehr schnelle Schwingungen zu geraten, wodurch die Tiere dann fast unsichtbar werden. Auf diese Art und Weise haben die Zitterspinnen eine originelle Tarnmethode entwickelt.


Steckbrief: Große Zitterspinne
wissenschaftliche Bezeichnung: Pholcus phalangioides

Familie:            Zitterspinnen
Länge:              bis zu 11 mm
Vorkommen:      von Januar bis Dezember in Mittel- und Südeuropa
Kennzeichen:     lange, dünne Beine; hellgrau oder –braun mit undeutlicher, dunkler Zeichnung
Lebensraum:     innerhalb von Häusern, an nicht zu trockenen Stellen ( z.B. Kellerräume); Zitterspinne gehört nicht zu den gefährdeten Arten
Nahrung:          hauptsächlich Mücken, kleine Fliegen
Besonderheit:   bei Gefahr fängt die Spinne an, das Netz durch Bewegung zum Schwingen zu bringen, wird dadurch fast unsichtbar für Feinde

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